Was tun gegen die rote Vogelmilbe?

Was hilft gegen die rote Vogelmilbe?

Wohl so ziemlich jeder Hühnerhalter oder Züchter hatte schon mit ihr zu tun- die rote Vogelmilbe. Sie ist bei Hühnerliebhabern gefürchtet wie kaum ein anderer Plagegeist. Aber welche Mittel oder Maßnahmen helfen wirklich? Wir haben einige Tipps für euch zusammengestellt.

rote Vogelmilbe

Auch uns hatte es vor kurzem getroffen. Zum Glück haben wir den Befall sehr schnell bekämpfen können. Allerdings haben wir auch sehr schnell reagiert als die ersten Anzeichen bemerkbar wurden.

Wie uns das sehr schnell, wirksam und billig gelungen ist, lest ihr am Ende dieses Beitrags. Zuerst möchten wir euch hier vorstellen, was in anderen Foren oder Fachartikeln geraten wird um eure Hühner und Ställe milbenfrei zu bekommen.

Doch um zu wissen wie man seinen Feind bekämpft, muss man ihn kennen. Deshalb erst einmal ein wenig Grundwissen über die rote Vogelmilbe.

Wissenswertes zur roten Vogelmilbe

Dermanyssus gallinae, so der lateinische Name für diese kleinen Biester, ist ein Parasit der Vögeln, vor allem Hühnern, das Blut aussaugt. So kann man es in einem kurzen Satz schildern. Das ist schon schlimm genug, aber leider bleibt es nicht immer beim Vogelbefall. Leider findet die Milbe auch menschliches Blut und das unserer Haustiere interessant. Die Folge kann die so genannte Vogelhalterkrätze sein.



Ihre Eier legt die Vogelmilbe nicht auf dem Wirt, also den Hühnern ab, sondern in deren unmittelbarer Umgebung. Was in den meisten Fällen natürlich der Stall ist. Dort such sie sich Spalten, Ritzen oder Hohlräume für die Eiablage.  Vor der Eiablage benötigt sie allerdings eine Blutmahlzeit. Vor allem nachts befällt sie ihren Wirt und verläßt ihn wieder nachdem der Hunger gestillt ist.

Bekommt sie ihre Mahlzeiten eine Zeit lang nicht, überlebt sie trotzdem bis zu 34 Wochen! Die Hühner also für kurze Zeit aus dem Stall zu entfernen, bringt leider gar nichts. Die Vogelmilben sitzen diese Übergangszeit einfach aus.

Maßnahmen gegen die rote Vogelmilbe

Man findet im Internet relativ viele Tipps um die Vogelmilbe zu bekämpfen. Aber leider genau so viele Hinweise, das die Tipps nicht geholfen haben. Die Maßnahmen reichen von sehr sanft (selbst „besprechen“ haben wir gefunden) bis ultrahart (Stall mit Diesel einstreichen).

Wir haben die Tipps und Tricks herausgefiltert die uns sinnvoll erscheinen und letztlich auch das, was bei uns geholfen hat.

Stall abflämmen

Das kann eigentlich grundsätzlich nicht schaden. Zumindest die meisten lebenden Vogelmilben dürften diese Prozedur nicht überleben. Anders sieht es mit den Eiern aus. Deshalb kann abflämmen immer nur eine Teillösung sein. Benutzen kann man einen Bunsenbrenner oder ein Gerät zum Unkraut abflämmen. Bei Ställen aus Holz ist natürlich besondere Vorsicht geboten.

Stall mit Speiseöl streichen

Eine günstige und natürliche Variante der Milbenabwehr. Die Milben ersticken. Aber auch hiermit wird man nicht alle Milben erreichen.

Kieselgur gegen die rote Vogelmilbe

Halten wir für eine der sinnvollsten Maßnahmen. Kieselgur, oder auch Kieselerde genannt, ist so fein das es die Atemwege der Vogelmilbe blockiert. Die Tierchen haben keine Chance. Der unbestreitbare Vorteil bei dieser Methode: Der Staub dringt in jede noch so kleine Ritze. Benutzen Sie am besten einen Zerstäuber, (ist in diesem Paket enthalten) aber Achtung: Was die kleinen Viecher umbringt ist auch für Mensch und Haus/Nutztier nicht ungefährlich!

Ihr solltet möglichst Schutzkleidung tragen. Eine Atemschutzmaske aus dem Baumarkt ist im Sinne eurer Gesundheit Pflicht! Die gibt es beispielsweise im Baumarkt. Allerdings empfehle ich aus persönlicher Erfahrung nicht die günstigste Variante zu nehmen. Diese Masken von Dräger bieten einen recht guten Schutz gegen Feinstaub. Aber das muss jeder für sich entscheiden, was ihm seine Lungen wert sind.

Es versteht sich von selbst, das nicht geschützte Menschen und Tiere während der Arbeit mit Kieselgur nicht in der Nähe sein dürfen.

Unser Tipp gegen die rote Vogelmilbe

Wir haben es geschafft, die rote Vogelmilbe quasi mit Bordmitteln auszurotten. Wir nutzten das, was wir im Garten hatten und somit kostenlos verfügbar war. Dabei gingen wir gegen die Vogelmilbe mit den Mitteln vor, die sie absolut nicht verträgt: Feiner Staub und ätherische Öle.

Am Anfang stand aber natürlich der normale Prozess, gründliche Reinigung des Stalls und Entfernen allen überflüssigen, gefährlichen Zubehörs. So wurden die Nistkästen, die aus Holz waren, kurzerhand in die Feuerstelle geworfen. Gleichzeitig produzierten wir so den Stoff, der den Milben an den Kragen ging- Asche.

Statt Kieselerde bestäubten wir den Stall ausgiebig mit Asche. Die war somit nicht nur kostenlos, sondern auch ungefährlicher als Kieselgur, dabei genau so wirksam. Nachdem frisches Stroh eingestreut wurde, legten wir eine Schicht Salbei Blätter obenauf. Der Stall riecht natürlich extrem nach Salbei, aber das ist für uns ja eher angenehm. Für die Vogelmilben jedoch anscheinend weniger.

Jedenfalls ist unser Hühnerstall dank der Asche-Salbei Kombination schon seit Wochen befreit von der roten Vogelmilbe.